Lieben als biologischer Vorgang

Und jetzt sind wir ein Liebespaar… Wie romantisch!

Wir Menschen gehören zu den ca. 3 % der Säugetiere, die in Ihrer Erbinformation die Möglichkeit zu einer Paarbindung tragen. Die anderen Säugetiere haben nach dem Sex meist nichts mehr miteinander zu tun.

Paare sind oft zusammen, teilen das gleiche Revier – oft auch das Nest und ziehen die Jungen mehr oder weniger gemeinsam auf. Sexuelle Exclusivität auf Dauer kommt auch bei diesen Säugetieren kaum vor.

Paarbindung funktioniert folgendermaßen: Die guten Gefühle beim Zusammensein – insbesondere beim Sex – lassen die Konzentration bestimmter Hormone im Gehirn steigen  (bei Frauen Oxcitocin, bei Männern Vasopressin). Nur Säugetiere mit Anlage zur Paarbindung haben spezifische Bindungsstellen für diese Glückshormone an den Nervenzellen. Die Bindungsstellen werden dann aktiviert und so die Information gespeichert, dass ein gutes Gefühl mit dem Partner zusammenhängt. Sie liegen in dem Teil des Gehirns, der für positives Feedback zuständig ist.  Dieser Teil des Gehirns ist immer aktiv, wenn wir uns “entscheiden” etwas zu tun, was schon mal ein gutes Gefühl auslöste, z.B leckeres Essen oder Suchtmittel. Dort wird auch zwanghaftes Verhalten gespeichert.

Soweit die nüchterne, chemisch-biologische Basis, die dem Trieb zur Erhaltung der Art (Sex ohne Bindung) eine soziale Komponente hinzufügt.

Kulturell haben wir diese biologische Basis in den letzten Jahrhunderten sehr stark mit Bedeutung aufgeladen. Ist Sex wirklich romantisch?

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