Wenn du in deiner Liebesbeziehung wachsen willst, wirst du dich aus der Ko-Abhängigkeit lösen. Damit du erkennen kannst, wo du bereits gewachsen bist und welche Themen noch auf deine Entwicklung warten, hier ein paar Anregungen:
Verantwortung für deine eigenen Gefühle:
In einer gesunden Beziehung übernimmst du Verantwortung für deine eigenen Gefühle. Wenn du Unbehagen spürst, nimmst du es bewusst wahr, akzeptierst es und teilst es deinem Partner präzise mit. Manchmal nimmst du dir zunächst einen Moment für dich, um das Gefühl zu verarbeiten. In einer ko-abhängigen Beziehung versuchst du hingegen, das Unbehagen zu verdrängen, suchst nach äußeren Ursachen und erwartest, dass dein Partner sich ändert.
Verantwortung für die Gefühle deines Partners:
In einer gesunden Beziehung nimmst du das Unbehagen deines Partners wahr, akzeptierst es und signalisierst ihm, dass es sein darf. In einer ko-abhängigen Beziehung führt ihr/sein Unbehagen dazu, dass du dich schuldig fühlst und versuchst, es durch Kontrolle oder Veränderung deines Partners zu beseitigen.
Größte Befürchtungen:
In einer gesunden Beziehung hast du keine Angst davor, deinen Partner zu verlieren, sondern achtest darauf, Momente der liebevollen Verbindung nicht zu verpassen. Du vertraust darauf, dass es immer wieder neue Gelegenheiten für Nähe gibt. In einer ko-abhängigen Beziehung hingegen fürchtest du, nicht mehr geliebt zu werden, die Trennung oder das Alleinsein.
Ehrlichkeit in der Beziehung:
In einer gesunden Beziehung teilst du offen deine Gedanken und Gefühle über die Beziehung und deinen Partner, weil du weißt, dass Ehrlichkeit Nähe fördert. Du ermutigst deinen Partner sich zu öffnen. In einer ko-abhängigen Beziehung vermeidest du Offenheit aus Angst, sie/ihn zu verletzen oder Streit auszulösen.
Erfüllung der Bedürfnisse deines Partners:
In einer gesunden Beziehung erfüllst du die Bedürfnisse deines Partners, wenn es dir Freude bereitet und sich für dich richtig anfühlt. In einer ko-abhängigen Beziehung tust du es aus Angst vor ihrem/seinem Unbehagen, in der Hoffnung, dass er/sie auch deine Bedürfnisse erfüllt, oder weil du glaubst, dass es deine Pflicht ist.
Sicherheitsgefühl:
In einer gesunden Beziehung fühlst du dich sicher, weil du dich selbst akzeptierst – mit all deinen Gefühlen, Bedürfnissen und Mustern. In einer ko-abhängigen Beziehung suchst du Sicherheit, indem du deinen Partner versuchst zu kontrollieren.
Ursachen für Streit:
In einer gesunden Beziehung erkennt ihr das Streit nur entsteht, wenn ihr versucht, euch gegenseitig zu verändern. In einer ko-abhängigen Beziehung glaubst du, dass dein Partner sich „falsch“ verhält, und reagierst mit Streit.
Umgang mit Streit:
In einer gesunden Beziehung löst du Streit, indem du deine Gefühle erkennst und ohne Vorwürfe ausdrückst. In einer ko-abhängigen Beziehung endet Streit oft mit Schuldzuweisungen, Groll oder lautem Dampf ablassen.
Motivation für den Kontakt:
In einer gesunden Beziehung suchst du den Kontakt zu deinem Partner aus Begeisterung und weil du spürst, dass ihr gemeinsam wachsen könnt. In einer ko-abhängigen Beziehung hältst du den Kontakt aus Gewohnheit, Angst vor dem Alleinsein oder weil du dich nach Anerkennung und Zuwendung sehnst.
Selbstbild:
In einer gesunden Beziehung fühlst du dich wertvoll und liebenswert. In einer ko-abhängigen Beziehung glaubst du, nicht genug zu sein und die Zuneigung deines Partners nicht zu verdienen.
Besondere Beziehung:
In einer gesunden Beziehung spürst du, dass du dich zu deinem Partner hingezogen fühlst. In einer ko-abhängigen Beziehung hast du das Gefühl, dass sie/er dich liebt, aber du ihn nicht aus vollem Herzen lieben kannst.
Reaktion auf ein „Nein“ deines Partners:
In einer gesunden Beziehung kannst du ein „Nein“ deines Partners annehmen und es als Ausdruck seiner Bedürfnisse sehen. In einer ko-abhängigen Beziehung empfindest du ein „Nein“ als Zurückweisung und fühlst dich „verletzt“.
Nähe:
In einer gesunden Beziehung genießt du Nähe, wenn sie sich auf natürliche Weise ergibt, und sie entsteht aus Freude und Freiheit. In einer ko-abhängigen Beziehung kämpfst du entweder ständig um Nähe oder fühlst dich eingeengt und suchst nach Freiraum.
Deine Bedürfnisse in der Beziehung:
In einer gesunden Beziehung ist es dir wichtig, deine eigene Wahrheit zu leben und dabei von deinem Partner unterstützt zu werden. In einer ko-abhängigen Beziehung stellst du deine eigenen Wünsche zurück, um deinen Partner zufriedenzustellen und Sicherheit zu bewahren.
Beziehungswahrnehmung:
In einer gesunden Beziehung siehst du deine Partnerschaft als Geschenk, das dein Leben bereichert. In einer ko-abhängigen Beziehung klammerst du dich an die Partnerschaft, weil sie dir scheinbar Sicherheit, Stabilität und Glück gibt.
Veränderungen:
In einer gesunden Beziehung empfindest du Veränderungen als spannend und entwicklungsfördernd. In einer ko-abhängigen Beziehung wirken Veränderungen bedrohlich.
Veränderung deines Partners:
In einer gesunden Beziehung ermutigst du deinen Partner, sich weiterzuentwickeln, selbst wenn dies die Dynamik zwischen euch verändert. In einer ko-abhängigen Beziehung versuchst du, ihn davon abzuhalten, sich zu verändern, weil du Angst hast, dass sich dadurch eure Beziehung verschlechtert.
Vertrauen:
In einer gesunden Beziehung wächst Vertrauen, weil du erlebst, dass Nähe auch nach schwierigen Phasen wieder entsteht. In einer ko-abhängigen Beziehung basiert Vertrauen darauf, dass dein Partner sich an unausgesprochene Regeln hält, aus Angst vor dem Alleinsein.
Umgang mit dem persönlichen Raum:
In einer gesunden Beziehung kannst du offen kommunizieren, wenn du gerade Zeit für dich brauchst, auch wenn dein Partner Nähe sucht. In einer ko-abhängigen Beziehung gehst du über dein Bedürfnis hinweg, fühlst du dich überfordert oder reagierst gereizt.
Eine Übersicht als Pdf-Tabelle zum Ausdrucken findest du hier